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exhibitions

Text Flensburger Tageblatt


„Kunst ist für Reinhard Stammer eine Muttersprache“
Ausstellungseröffnung „Pure Energy“ im Gewerbepark Handewitt

Das Foto zeigt Festredner Uwe Lempelius zusammen mit Reinhard Stammer bei der Kunstausstellung in Handewitt, die täglich von 8 – 12 h sowie nach telefonischer Ver­einbarung (04608/564) besucht werden kann.Foto: arc   

 

 

 

Handewitt (arc). Nein, ein studierter Kunstmaler mit akademischen Grad ist Rein­hard Stammer aus Handewitt nicht. „Das muss auch nicht sein, denn ein Kunststudium ist keine Garantie für die Qualität der gemalten Kunstwerke, sondern allein die Art des Malens ist eine Garantie. Kunst ist ein visuelle Sprache und wer sie wie Reinhard Stammer beherrscht, für den ist es wie eine Muttersprache“. So sieht zumindest der renommier­te und bekannte freischaffende Künstler Uwe Lempelius die Arbeit von Rein­hard Stam­mer, als er anlässlich der Kunstausstellung im Gewerbepark Hande­witt unter Anwesenheit von Amtsvorsteher Arthur Christiansen und zahlreichen Gäs­ten und Kunstfreunden aus der Region einleitend die Ausstellung vorstellte.

Bilder vom Leben und vom Tod hat Reinhard Stammer seine Ausstellung genannt, in der er aktuelle und einige frühere Arbeiten seines Schaffens einer interessierten Gästeschar präsentierte. Für Uwe Lempelius ist Reinhard Stammer kein Laien- oder Sonntagsmaler. „Stammer hat eine Reihe von Malereien entstehen lassen, bei denen kein Betrachter sagen würde, wenn er sie in einem Museum als Exponat entdecken würde, er sein ein Dilettant“, so Lempelius, der Stammers Maltechnik als Mischtech­nik bezeichnet.

In der Sprache der Kunst bedeutet das, dass Reinhard Stammer viele unterschied­liche Materialien, Ölfarben, Tempera und sogar Aspaltmasse verwendet. „In vielen Bildern, in denen man Asphalt erkennt, lässt Stammer die darüber gemalten Farben reißen, dann entstehen viele einzelne kleine Strichformen, der er dann mit Pinsel-Strichformen in derselben Farbe kombiniert“, so Lempelius weiter, der den Gästen darlegte, dass seine Bilder „machen Bearbeitung ertragen müssten, bevor sie fertig sind. „Dick aufgetragene Plastikmassen werden oft durch das Beschleifen mit Sand­papier in ihrer Struktur verändert. Alle Bilder sind farblich unterschiedlich, mal sind sie monochrom, mal bestehe sie aus vielen gegensätzlichen Farben in unterschied­licher Buntheit und erinnern an die frühen Bilder des Tachismus, ohne davon aber abgekupfert zu haben“, so Lempelius weiter, der versuchte, auch die künstlerische Denkweise Stammers vorzustellen.

Viele Bilder haben nach Lempelius oft etwas mit dem „archetypischen Bedeutungs­zusammenhängen zu tun, wie wir sie aus der Jungkschen Psychologie kennen. Sol­che Zusammenhänge sind etwas völlig anderes als rein subjektive Denkvorgänge“, so Uwe Lempelius weiter, der den Besucher empfahl, zunächst die Bilder zu betrach­ten und auf sich wirken zu lassen, bevor der Bildtitel gelesen wird. „Es gibt nämlich zwei unterschiedliche Wirklichkeitsbezüge. Der eine ist allein optischer Natur, quasi die sichtbare Wirklichkeit. Der andere ist der Bezug über Assoziation, also das Den­ken an etwas, nachdem man das Bild gesehen hat“.

Amtsvorsteher Arthur Christiansen, der zuvor im Namen von Reinhard Stammer und seiner Frau Maren die Gäste begrüßte, insbesondere den Festredner, den Kunstleh­rer Charly Domske und Frauke Reimer (verantwortlich für die Ausstellungs­de­­ko­ration), machte deutlich, dass Handewitt stolz darauf sein kann, eine derartige Kunst­aus­stellung im ländlichen Raum erleben zu dürfen. Für die Überlegungen des Künst­lers Reinhard Stammer, seinen Gewerbebe­trieb abzugeben und sich ganz auf Kunst zu konzentrieren, zeigte sich Handewitts Ver­waltungsleiter gesprächsbereit. „Wenn Sie die konzeptionellen Vorstellungen kon­kretisiert haben, ob mit Café und Kunst­schule“, so helfen wir gerne bei dessen Ver­­wirklichung“, so Christiansen.