Franz  2009

Franz


Ich streckte meinen Arm aus, um Euch vom Himmel zu holen.
Ich wollte Euch in meinen Fäusten zerquetschen,
nur um zu sehen, ob der Himmel genauso viele Tränen
weinen könnte, wie ich in all den Jahren.
Doch Ihr habt Euch widerstandslos aufgelöst
und seid weitergezogen.

Ich streckte meinen Arm aus, um Dich vom Himmel zu holen.
Ich wollte mir Deine dunkle Seite ansehen,
nur um zu wissen, ob sie noch dunkler ist als meine,
die anfängt, das Licht zu schlucken.
Doch Deine Kälte ließ meine Hand zu Eis gefrieren,
und Du strahlst weiter in kalter Nacht.

Ich streckte meinen Arm aus, um auch Dich vom Himmel zu holen.
Ich wollte wissen, wie es möglich ist, solange zu brennen,
ohne zu verglühen und zu Asche zu werden.
Meine Hände verbrannten, und ich verlor mein Augenlicht.
Unbeeindruckt zeigst Du mir durch deine Wärme,
dass Du wohl ewig weiterbrennen wirst.

Und auch Euch wollte ich vom Himmel holen.
Ich wollte sehen, ob es Euch auch wirklich gibt,
doch millionenfach griff ich ins Leere.
Bei meinen verzweifelten Versuchen,
zumindest einen von Euch zu erwischen,
glaubte ich, ein millionenfaches Lachen zu hören.

Ich streckte einmal noch beide Arme aus,
wollte Euch um Vergebung für meinen Hochmut bitten.
Ich war nun völlig mittellos und nackt -
Regentropfen fielen auf mich herab.
Einen Sperling schien ich vom Himmel geholt zu haben -
er setzte sich auf meine ausgestreckte Hand....

2009



 


 
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