Asche 2008

Asche

Brennen sollte Gott für immer, ungerechter;
brennen sollten Vater, Mutter und die Schwester.
Hitler, Stalin, Bush und all die anderen Schlächter,
band er am Pfahl zusammen, immer fester

und ließ das trockne Reisig Feuer fangen...
Stieß dann noch viele andre, ihm verhasste, in die Glut.
Er schrie "Seht, wie sie jetzt brennend, um ihr Leben bangen!"
und wie ein Derwisch, tanzte er in seiner Feuerwut.

So hat er all die Jahre lang gewütet
und sich dem blinden Hass verschrieben.
Die "Bösen" blieben weiter wohlbehütet,
und er so in die Raserei getrieben.

Ganz spät erst wurde ihm bewusst:
"Ich hab mich selbst in Brand gesteckt"!
Dann wich die Hitze ihm aus Kopf und Brust
und wurde zeitig noch aus seinem Wahn geweckt.

Das Feuer, das er jahrelang entfachte,
verglimmt als Glut, die in der Asche schwelt.
Die Sonne, die selten nur noch für ihn lachte,
hat sich, zu spät bald, aus dem dunklen Qualm geschält.

Sie lacht jetzt strahlend ihm ins müde Angesicht;
selbst ist sie nicht gealtert und hat sich auch nicht fortbewegt.
Ergeben folgt er, russgeschwärzt, nun ihrem hellen Licht,
bis seine Asche irgendwann, sich auf die Erde legt
.


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