Der Sturz 2009

Der Sturz

So lang hab ich am hohen Fels gestanden,
und nur kurz ins tiefe Tal geschaut.
Als endlich meine Ängste schwanden,
hab ich den Sprung mir zugetraut.

Kein Schrei entglitt mehr meinen Lippen,
die Arme weit zum Flug gespannt;
so stürzte ich von grauen Felsenklippen,
bis ich als Ich im Rausch verschwand.

Die Zeit begann sich auszudehnen,
der Raum, den ich durchflog, zu explodieren,
fing an mich nach mir selbst zu sehnen
und hatte plötzlich nichts mehr zu verlieren.

Dann sitz ich irgendwo allein am Strand,
mein Blick schweift weit hinaus aufs Meer;
die Wellen schlagen hoch aufs Land
und frage mich: wie komme ich hierher?

 

2009