Einsam im Wald
Ich sitze schweigend hier im Wald,
der Regen rauscht, der Donner kracht.
In meinem Herzen ist es kalt;
halt einsam hier schon lange Wacht,
am frühen Morgen und im Sonnenlicht;
am späten Abend wenn die Nacht anbricht.
Mein Fleisch ist längst schon abgefallen,
die Augen von den Krähen ausgepickt.
Das Buschwerk hält mich fest mit seinen Krallen,
so bin ich noch nicht eingeknickt
Das Messer ist noch gut erhalten-
am Boden liegt‘s - es steckte einst in meinem Rücken
es konnt sich nicht mehr halten
und ich mich nicht mehr bücken.
Wer war‘s der mich so meuchlings niederstreckte?
Wen interessierts - ist auch egal;
war niemand da, als ich verreckte.
Der Mond am Himmel bleich und fahl,
er drehte oft schon seine Runden -
er küsste damals meine Wunden.
Ich bleib noch hier für lange Zeiten
und werd zu Staub zerfallen irgendwann;
dann mit dem Wind nach Hause reiten,
wo ich endlich meine Ruhe finden kann.
Mallorca 2007