In einem warmen Bad wollt' ich mir meine Füße pflegen
des Tages Mühen so vergessen.
Mein Vorsatz war wohl sehr vermessen:
ich wollte mich danach zum Schlafen legen.
Da raschelt's leise unterm Küchentisch,
ein feines Trippeln ist zu hören.
Bei Gott, ich könnte schwören,
dies ist bestimmt ein Knabberfisch.
Ich wage kaum mehr Luft zu holen,
mein Körper ist wie eingefroren.
Die Angst tropft feucht aus meinen Poren -
da knabbert's schon an meinen Sohlen.
Schreckensbleich, dem Schicksal ganz ergeben,
wag ich den Blick nach unten nun zu senken
und kann an eines nur noch denken:
ich möchte diesen Tag heut überleben.
Was meine Augen nun zu sehen bekommen
ist wie gelebte kafkaeske Phantasien:
die Beine abgeknabbert bis zu meinen Knien;
ich bin vor Grauen wie benommen.
Im Zimmer wimmelt es von Knabberfischen,
die schäumend auch in meinem Fußbad toben.
Sie fressen sich an meinen Beinen ganz nach oben -
so kann ich dieser Höllenbrut nicht mehr entwischen.
Dies Fußbad wird dann wohl mein letztes sein
und auch ins Bett kann ich mich nicht mehr legen.
Ich kann mich nicht mehr von hier fort bewegen -
der Mond schaut traurig in mein Zimmer rein...