Gift
Was ist es, das sich windend, grünlich schimmert
und so leise herzzerreißend wimmert?
Wollt es fassen gleich mit ruhiger Hand,
als es sich schnell um meine Beine wand.
Es ließ nicht los und biss sich fest-
ich griff wohl in ein Schlangennest.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
so beißt sich fest das Ungetier.
Es schlängelt sich die Schlangenbrut
und spritz sein Gift mir in mein Blut.
Ich konnte nicht mal reklamieren;
mir wurde kalt und drohte zu erfrieren.
Die Mutterschlange kroch nun auch herbei-
sie legte einst hier Ei um Ei.
Gerollt lag sie wohl hier im Unterholz-
die Kleinen erfüllten sie mit großem Stolz.
Die Beine wurden mir ganz schwer;
das Gift durchströmt' mich mehr und mehr.
Konnt nichts mehr sehen, nicht mehr stehen;
und fing dann noch um Gnade an zu flehen.
Vor meinen Augen grünlich die Spiralen schimmern
und fing ganz herzzerreißend an zu wimmern.
Der Kopf war heiß die Beine kalt,
so fand man mich allein im Wald:
Mein Haupt gekrönt von kleinen Schlangen,
die nun von ihren Heldentaten sangen .
2007