Vor langer, vor so unendlich langer Zeit,
wurden wir von den Wellen unserer Gefühle,
an alle denkbaren und undenkbaren Ufer des Lebens getragen.
Wir sprangen wie kleine Fische, im Sonnenlicht glitzernd,
über den Ozean unserer Liebe.
Wie Möwen glitten wir durch den Sturm unserer Leidenschaften
Niemals haben wir uns aus den Augen gelassen.
Wären gemeinsam im tiefen Ozean ertrunken,
gemeinsam aus atemberaubenden Höhen abgestürzt
und gemeinsam in der Glut der Sonne verbrannt.
Bis dann der Abend nahte und die Sonne im Meer versank,
der Sturm sich legte und wir uns in der Dunkelheit verloren.
Eisige Kälte breitete sich aus.
Langsam, ganz langsam fing der Ozean an
sich mit einer Eisschicht zu bedecken,
um alsbald bis auf den Grund zuzufrieren.
Jegliches Leben wurde vernichtet.
Getrennt saßen wir an fernen Ufern.
Zitternd und vor Angst erstarrt
hielten wir in der Dunkelheit Ausschau nacheinander.
Berstend schoben sich die vereisten Wellen an die Gestade
und türmten sich wie riesige Gebirgslandschaften vor uns auf.
Wir waren für immer voneinander getrennt.
Das Rufen unserer Namen hatten wir eingestellt
und wurden langsam von einem Eispanzer eingeschlossen
Reglos warteten wir, weit entfernt voneinander, auf unser Ende.
Wir hatten uns geschworen gemeinsam unterzugehen,
gemeinsam abzustürzen oder gemeinsam zu verbrennen.
Geschworen hatten wir es uns! Hoch und heilig geschworen!
Eine letzte gemeinsame Träne weinten wir so fern voneinander.
Sie war so heiß, so voller Mitgefühl und Sehnsucht,
dass sie unseren Eispanzer zum Schmelzen brachte,
in den gefrorenen Ozean rollte und dieser nun aufzutauen begann.
Die Sonne ging auf am Horizont
und im warmen Wind fingen die Möwen an zu tanzen.
Ich sah Dich winken am Ufer einer anderen Welt-
Nun müssen wir nur noch zueinander finden.
Mallorca 2008