Ein Schicksal
Ich bin in viele Länder dieser Welt gereist,
mal bin ich angekommen, mal entgleist.
Konnte ruhig sein und auch toben,
war mal unten und mal oben.
Hatte mich geschlagen,
um schnell mich wieder zu vertragen.
Hatte hoch gepokert, und Grenzen überschritten,
bin abgestürzt und hab gelitten.
Ich hab die Frauen wild geliebt
und hoff dass jede mir vergibt.
Jedoch beim letzten Abenteuer,
sie war so feucht, so warm,
so schön und braungebrannt,
ihr wildes Haar wie rotes Feuer,
sie kannte weder Scheu noch Scham -
wir liebten uns am heißen Strand...
da wurden wir von einer Monsterwelle überrannt.
So haucht ich aus mein Erdenleben-
mit Salzgeschmack in meinem Mund.
Ich hätte wirklich alles Dir gegeben...
dein Schoss war wohl schon wund,
vom wilden Treiben...
Ich wollte wirklich bei Dir bleiben!
Ich wurde nun hinfortgetragen,
doch konnte das Wohin nicht mal erfragen,
in ein mir völlig unbekanntes Land.
Bewohnt von einer Engelsschar mit weißen Flügeln
und goldnen Harfen in der Hand.
Selbst hier konnt ich mich wieder nicht mehr zügeln
und musste alle lieben in dem weichen Wolkenbett!
Wobei - der letzte Engel war nicht nett:
denn auf dem Höhepunkte meiner Leidenschaft,
stieß er mich von sich in ein tiefes, schwarzes Feuerloch,
in dem es grauenvoll nach Pech und Schwefel roch.
"Ganz sicher werde ich für immer nun dahingerafft"
dies dacht ich, als ich in den Abgrund stürzte.
Noch nie zuvor bin ich so tief gefallen -
von den Feuerwänden hörte ich mein Schreien widerhallen.
Ich flehte nun um Gottes Gnade,
der unerwartet hier mein Sein verkürzte.
„Du bist sehr ungerecht!“ so dacht ich gerade
und traf Ihn wohl an seinem wunden Punkt,
denn aus dem feurig, finstren Höllenschlund,
kam ein kleiner schwarzer Käfer rausgekrochen -
und seine Lebenslust schien ungebrochen:
die Fühler waren schon hoch aufgerichtet.
Dies ist es was er dabei übermütig dachte:
Ihr könnt mich mal - ich werde nie vernichtet!
....als dann der Meteorit vom Himmel her,
glühend heiß und furchtbar schwer
auf seinen kleinen Körper krachte...
Mallorca 2007